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Kurze Einführung in die mystische Tradition der Inkas



 Machu-Pichu

Die mystische Lehre der Anden wurzelt in einer Jahrtausende alten Tradition, die im Inkareich ihren Höhepunkt erlebte. Es war der Vater von Juan Nuñez (dem Lehrmeister von Elizabeth Jenkins), der vor 50 Jahren als Anthropologe auf die Q'eros stieß – ein kleines Volk, das hoch oben in den Anden lebt – und entdeckte, dass sie direkte Nachkommen der alten Inkas sind. Ihre spirituellen Kenntnisse waren nicht ausgestorben, sondern hatten 500 Jahre der Unterdrückung überlebt, da sie durch mündliche Überlieferung von Meister zu Schüler weitergegeben wurden, weit außerhalb des Gesichtskreises der „zivilisierten“ Welt.

Diese faszinierende spirituelle Tradition lehrt, wie man eine in beiden Richtungen offene Verbindung mit der Kausay Pacha, der Welt der lebendigen Energien herstellt. So sehen die Inkas die Welt: Alle Materie hat einen stofflichen und einen energetischen Aspekt. Der letztere besteht aus einer „Blase“, die Menschen, Tiere und Pflanzen, aber auch Gebäude und Städte umgibt und durchdringt. Diese Blase besteht aus lebendiger Energie, die in anderen Traditionen Prana, Chi oder Ki genannt wird. Diese Energie ist jedem Menschen zugänglich und manifestiert sich in verschiedenen Abstufungen von Feinheit/Leichtigkeit und Grobheit/Schwere.
Die Andentradition ist ein völlig offenes spirituelles System und kennt keine Dogmen.



Es gilt nur ein Gesetz: das Gesetz von Ayni. Es bedeutet Gegenseitigkeit; Austausch; Geben und Nehmen. In der religiösen Praxis bedeutet Ayni, dass alle Glaubensrichtungen ihren Platz haben, dass es keinen Streit darüber gibt, was erlaubt ist und was nicht; dass die äußere Form von untergeordneter Wichtigkeit ist.


Die Mystik der Inkas kennt weder Gut oder Böse noch positive oder negative Energie. Es gibt nur leichte ("sami") und schwere (“hoocha") Energie. Im Kurs lernt man, wie man seine schwere Energie, die zu Krankheit, Depressionen und Konflikten führen kann, „essen“ und „verzehren“ oder transformieren kann, wobei die schwere Energie zu Pachamama abgeleitet wird, für die sie laut der Tradition der Anden willkommene Speise und ein Geschenk ist.


Im Quechua, einer der ursprünglichen Sprachen der Andenbewohner, und die Sprache, in der die Weisheit der Inkas in der heutigen indianischen Bevölkerung fortlebt, gibt es kein eigenes Wort für “Wille“. Es gibt nur ein Wort, das zugleich „Liebe“ und „Wille“ bedeutet, da die beiden Begriffe in dieser Kultur unauflöslich verknüpft sind: Munay. Das kann man etwa mit „Macht des Herzens“ umschreiben. Die Macht des Herzens ist die am höchsten geschätzte menschliche Qualität in den Anden, gefolgt von Llank’ay, der Macht der körperlichen Arbeit und Realisierung; erst danach kommt Yachay, die Macht des – auf Erfahrung beruhenden - Intellekts.
Ein weiterer großer kultureller Unterscheid – der besonders bemerkenswert ist angesichts unseres Wohlstandes und der Armut der Inkas – besteht darin, dass die Indianer der Anden von Überfluss und gemeinsamem Reichtum ausgehen. Es gibt eine unerschöpfliche Quelle von Energie.
Das ist unserem „westlichen“ Basisempfinden von Knappheit, Mangel und Konkurrenz diametral entgegengesetzt.